Probezeit nach der Ausbildung?

Was zählt, wenn Ausgelernte im selben Betrieb weiterarbeiten?

Du hast die Ausbildung geschafft, Zeit für den Berufsstart. Besonders einfach ist das natürlich, wenn du vom Ausbildungsbetrieb direkt übernommen wirst. Aber gilt dann eigentlich eine erneute Probezeit?

„Die Probezeit wird landläufig damit verbunden, dass der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer in dieser Zeit unbegründet kündigen kann“, erklärt Peter Meyer. Er ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). „Im ersten halben Jahr eines neuen Arbeitsverhältnisses hat man selbst in Betrieben, die regelmäßig mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigen, keinen gesetzlichen Kündigungsschutz.“ Da Auszubildende aber in der Regel schon zwei bis drei Jahre im Betrieb beschäftigt waren, haben sie automatisch Kündigungsschutz – auch wenn der Arbeitgeber eine erneute Probezeit vereinbart hat. Meyer erläutert das so: „Für einen Auszubildenden, der zum Beispiel eine Lehre zum Industriekaufmann erfolgreich absolviert hat, und am Tag nach Ende seiner Ausbildung als Industriekaufmann in seinem Betrieb eingesetzt wird, ist eine erneute Probezeit in der Regel zulässig“. Die Person könne trotz Ausbildung als Berufsanfänger betrachtet werden.

Wer nach seiner Ausbildung vom Betrieb übernommen wird,
vereinbart im neuen Arbeitsvertrag oft eine erneute Probezeit,
genießt aber trotzdem gesetzlichen Kündigungsschutz.

„Die erneute Probezeit hat rechtlich jedoch keine besondere Bedeutung“, macht der Anwalt deutlich. „Denn der gesetzliche Kündigungsschutz besteht, sobald jemand länger als sechs Monate bei einem Arbeitgeber beschäftigt ist.“ Das ist bei Azubis normalerweise der Fall. „Die Zeiten von Ausbildungs- und Arbeitsverhältnis zählen zusammen“, erklärt der Fachanwalt.

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